Franzi muss sich sechsmal am Tag übergeben, weil sie es nicht erträgt, wenn sie sich satt gegessen hat. Zu groß ist die Angst davor zuzunehmen. Dieser Gedanke kreist auch ständig durch den Kopf von Solly. Sie weigert sich, Kohlenhydrate zu essen, quält sich lieber stundenlang im Fitnessstudio. Und Franzi und Solly vereinsamen, weil sie ihr ganzes Leben ihrer Sucht unterordnen: Sie leiden an Bulimie beziehungsweise Magersucht. Ihre Eltern haben die Mädchen in eine WG des Therapienetzes Essstörung mitten in München gebracht. Dort sollen sie lernen, wieder normal zu essen. Die 17-jährige Solly findet Spaß daran zu kochen, sie nimmt einige Kilos zu - doch dann macht sie sich wieder Sorgen, zu dick zu sein. Auch die 16-jährige Franzi scheint sich zunächst gut in die Gruppe einzufügen. Doch dann verschwindet sie vom einen Tag auf den anderen aus der WG, ohne sich zu verabschieden. Zu Hause schließt sie sich in ihrem Zimmer ein, sie hat keine Lust mehr, mit irgendjemandem über das Thema Essen zu sprechen. Die Eltern haben Angst um das Leben ihrer Tochter. Christiane Hawranek hat für das Notizbuch die zwei Mädchen ein knappes Jahr lang begleitet und mit ihnen darüber gesprochen, warum ihnen das, was für jeden Menschen ganz selbstverständlich ist, nämlich zu essen, so unendlich schwer fällt.